Juni 2005
Lebendiger Hochrhein
Ein Verlandeter Altrheinarm entsteht neu
Seit vielen Jahren war am Judenäule der Flusslauf landseitig fast völlig trockengefallen und wasserseitig durch massive Uferbefestigungen gegen den Rhein hin abgeschnitten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland am Hochrhein setzte sich dafür ein, das Judenäule als eines der wenigen, wenn auch kleinen Auenbereiche wieder herzustellen.
Dank der Gewässerdirektion Bereich Waldshut konnte diese Idee tatkräftig umgesetzt werden. Dabei bezogen sich die Maßnahmen auf das Ökologische Gesamtkonzept Hochrhein des Regierungspräsidiums Freiburg. Dieses Konzept sieht für den ganzen Hochrhein vom Ausfluss aus dem Bodensee bis nach Basel eine ökologische Aufwertung vor. Nun ist als erster Schritt zur Umsetzung des Konzepts das vier Hektar große Judenäule aus dem Dornröschenschlaf erweckt worden. In einer mehrwöchigen Baumaßnahme mit schweren Baugeräten wurde auf 400 Meter ein Rheinseitenarm wiederhergestellt. Was zuvor ein bedrohte Ecke am Rand einer Industriebrache war, verbaut mit Leitungen und Hochspannungsmasten, ist nun ein neuer Lebensraum im und am Rhein. Beobachtet wurde der erste Biber und in den Flachwasserzonen sollen Fische und andere Wasserlebewesen einen beruhigten Lebensraum finden. Außerdem hat sich der BUND vorgenommen, Besuchern das Judenäule nahe zu bringen. Dies soll durch eine Aussichtsplattform, die oberhalb des Judenäule thront, durch ein Infoblatt und durch acht Infotafeln dargestellt werden. Dieses wird verwirklicht durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutzfonds beim Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg, der örtliche Sparkasse, der jüdischen Gemeinde und dem Landesfischereiverband.
Der Fluss mit seiner neuen Aue bildet einen gemeinsamen, vom Wasser geprägten Lebensraum. Je nach Jahreszeit verändert sich der Wasserspiegel, und im Frühsommer bei hohem Wasserstand durch die Schneeschmelze ist die Aue Rückhalteraum für das Wasser. Eine natürliche Art des Hochwasserschutzes. Dieses Idealbild einer Aue ist aber am Hochrhein selten: gerade noch etwa 23 der 110 Kilometer langen deutschen Hochrheinstrecke sind noch naturnah. Für Auenwälder ist hier kaum Platz: eingezwängt zwischen Schwarzwald und Jura, fehlen weite Talgründe, die Auenbereichen Raum ließen. Hinzu kommen elf Flusskraftwerke, die zwischen 1894 und 1966 am Hochrhein errichtet worden sind. Sie haben den einst wild herabstürzenden Fluss in eine Kette von träge dahinfließenden Stauseen verwandelt.
Pressemitteilungen
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- 18.01.2012 - Michael Spielmann folgt Rainer Baake als Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe
- 21.12.2011 - Die große Transformation erfordert mehr politische Steuerung und Ressourceneffizienz
- 20.12.2011 - Jetzt erschienen: Umweltmagazin zeo2 – Sieben Milliarden Menschen und eine Erde




