PKW-Klimaanlagen
Klimaanlagen gehören heute zur Standardausrüstung von fabrikneuen Kraftfahrzeugen: 97 – 99 Prozent der neu zugelassenen PKW in Deutschland haben inzwischen eine Klimaanlage. Gut gekühlte Innenräume im Auto und Laster sind gerade im Sommer angenehm und die Fahrer können sich besser konzentrieren. Klimaanlagen steigern jedoch den Spritverbrauch um zehn bis 15 Prozent und tragen damit entscheidend zum Ausstoß von klimaschädlichen Abgasen wie Kohlendioxid (CO2) bei.
Unsichtbare Gefahr: Klimakiller Kältemittel

- 99 % aller Neuwagen sind bereits mit Klimaanlage ausgestattet - Bild: Matthias Sebulke / www.wikimedia.org
Der eigentliche Klimakiller sitzt jedoch in der klimaanlage. Das Kältemittel R134a (Tetrafluorethan) zählt zu den fluorierten Treibhausgasen, den so genannten F-Gasen und wird chemisch hergestellt. Es hat ein klimaschädliches Treibhauspotential, das um den Faktor 1.300 höher ist als das von CO2. Die Klimaschädlichkeit eines Stoffes wird als GWP-Wert (Global Warming Potential) angegeben. Nach neueren Untersuchungen liegt der GWP-Wert von R134a sogar bei 1.430. Die EU hat R134a daher ab 2011 für die Fahrzeugkühlung verboten. In drei Jahren dürfen Kältemittel in neuen Fahrzeugklimaanlagen den GWP-Wert von 150 nicht mehr überschreiten.
Da Klimaanlagen keine hermetisch geschlossenen Systeme sind, entweicht während der gesamten Lebensdauer eines Autos permanent etwas Kältemittel und schädigt die Atmosphäre. Die Leckagerate von R134a-Anlagen beträgt nach Herstellerangaben rund acht Prozent im Jahr. Dabei entweicht die Chemikalie ebenso in die Umwelt, wie bei der Verschrottung alter PKW und trägt so zur negativen Klimabilanz bei. Ohne Kältemittel funktioniert jedoch die Klimaanlage nicht. Denn es schmiert den Kompressor und transportiert die dort erzeugte Kälte zur Heizungs- und Lüftungsanlage im Fahrzeug. Fahrzeughalter sollten alle zwei bis drei Jahre die Kältemittelmenge ihrer Fahrzeugklimaanlage überprüfen lassen, damit sich die Kühlleistung nicht verringert und die Anlage kaputt geht.
CO2 als klimafreundliches Kältemittel in der Klimaanlage
Eine umweltfreundliche Alternative zu R134a in Pkw-Klimaanlagen ist das natürliche Kältemittel CO2. Unter der Bezeichnung R744 ist es bereits in verschiedenen Bereichen im Einsatz. Es verspricht nicht nur unmittelbar eine bessere Umwelt- und Klimaverträglichkeit als die gegenwärtig eingesetzten Chemikalien. CO2 besitzt alle Voraussetzungen, um die Kriterien Komfort, Sicherheit und Umweltverträglichkeit in einer Fahrzeugklimaanlage zu vereinen. Die Klimaanlagen sind energieeffizienter und reduzieren so den Kraftstoffmehrverbrauch während der Fahrt. CO2 hat den im Verhältnis zu allen anderen Kältemitteln unschlagbar niedrigen GWP-Wert von 1. Die Automobil- und Zulieferindustrie testet seit Jahren die Verwendung des natürlichen Kältemittels CO2 und hat die Technik soweit entwickelt, dass sie serienreif zur Verfügung steht.
Votum der deutschen Autokonzerne für klimafreundliche Alternative R744
Die im Verband der Automobilindustrie (VDA) organisierten deutschen Automobilhersteller haben im September 2007 beschlossen, zukünftig CO2 als Kältemittel in ihren Fahrzeugklimaanlagen zu verwenden. Zu Jahresbeginn 2008 stellte die chemische Industrie daraufhin kurzfristig das neue Kältemittelgemisch 1234yf vor, das angeblich alle EU-Anforderungen erfüllt. Nachprüfbar sind die Angaben der Produzenten nicht, da die genaue chemische Zusammensetzung bis heute nicht vollständig geklärt ist und die Testverfahren noch laufen. Eines jedoch weiß man: Das Gemisch ist brennbar und leicht entzündlich. Die beiden Vorgänger von 1234yf, die von den Chemiekonzernen präsentiert wurden, waren sogar explosiv.
Die Deutsche Umwelthilfe legt großen Wert darauf, eng mit den zuständigen Behörden und Experten zu kooperieren, um einen breiten Unterstützerkreis für klimafreundliche Klimaanlagen aufzubauen. Wir wollen alle wesentlichen Akteure aus der Branche an einen Tisch bringen. Verbraucher, Händler und Hersteller sollen gleichermaßen für die Vorteile der klimafreundlichen, CO2-basierten Kältetechnik sensibilisiert werden, um so die Durchsetzung und eine rasche Einführung in den breiten Massenmarkt zu unterstützen.
Mehr Informationen zu CO2 als Kältemittel unter: www.R744.com
Weitere Fragen
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