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Feuchtwälder schützen für Schwarzstorch und Klima!

Der dunkle Bruder des Weißstorchs

Schwarzes schillerndes Gefieder und rote Gesichtshaut - der Schwarzstorch (Foto: H. Meier/www.naturfoto-Online.de)

Der Schwarzstorch ist kleiner als der Weißstorch und hat ein schwarzes metallisch schillerndes Gefieder. Seine Gesichtshaut sowie Beine sind rot. Nach der Balz brüten die Storchenpaare in der Stille und Abgeschiedenheit ausgedehnter feuchter Wälder. Ca. 500 Paare gibt es noch in Bayern, Hessen, Thüringen und Brandenburg. In den dortigen Feuchtwäldern finden sie Beutetiere wie zum Beispiel Frösche, Fische, Reptilien und Kleinkrebse.


Wo lebt der Schwarzstorch?

Seinen voluminösen Horst baut der Schwarzstorch am liebsten in alten Laubbäumen - nicht ganz oben in der Krone, sondern eine Etage tiefer auf ausladenden Ästen. Solche Baumriesen sind selten in unseren Holzproduktions-Wäldern. Die Storcheneltern fliegen in einem Umkreis bis zu 15 Kilometern, um genügend Nahrung für die Jungen heranzuschaffen. Aus Tümpeln, Teichen und Feuchtwiesen picken sie Fische, Frösche und große Insekten auf.


Steckbrief Schwarzstorch
Merkmale etwas kleiner als Weißstorch, schwarzes, metallisch schillerndes Gefieder, rote Beine, rote Gesichtshaut
Stimme kein Klappern am Horst, melodische Rufe im Flug, rau pfeifend bei Abwehrverhalten
Lebensraum feuchte Laubwälder mit Kleingewässern und altem Baumbestand
Verbreitung in gemäßigten Zonen von Westeuropa bis Westchina
Bestand ca 500 Paare in Deutschland, Verbreitungsschwerpunkte in Bayern,Hessen, Thüringen und Brandenburg
Ernährung Fische, Frösche, Kleinkrebse, Reptilien
Wanderung Langstrecken-Zugvogel mit Überwinterungsgebieten in Afrika
Sie liebt es feucht - die Schwertlilie (Foto: M. Berg/www.pitopia.de)

Feuchte Laub- und Mischwälder gehören zu den artenreichsten und vielfältigsten Biotopen unserer Klimazone. Wo der Schwarzstorch sich ansiedelt, stehen die Zeichen gut, dass Amphibien wie der Moorfrosch oder die scheue Waldschnepfe auch eine Überlebenschance haben. In den waldnahen Feuchtwiesen siedelt sich auch die Gelbe Schwertlilie an.

Doch sind diese Wälder von Entwässerung, Verkehrsprojekten und profitorientierter Holzwirtschaft bedroht!


Klimaanlage Wald

Ein Erlenbruch - Beispiel für einen Feuchtwald (Foto: Frank Neuschulz)

Die Feuchtwälder Mitteleuropas sind zudem Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel. Laut Studien der Universität Greifswald binden etwa Erlenbruchwälder bis zu 30 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr. Sie funktionieren als Kohlenstoffsenke und können bei guter Wasserversorgung zusätzlichen Kohlenstoff im Boden und im Holzvorrat binden.


Biodiversität - die Trickkiste der Natur

Der vielbesungene deutsche Wald ist nicht nur unter landschaftsästhetischen Gesichtspunkten unverzichtbar, sondern seine biologische Vielfalt ist die Grundlage für zahlreiche Leistungen der Natur, von denen das Wohlergehen der Menschheit abhängig ist. Wasserkreislauf, Luftreinhaltung, Wachstum und Fruchtbarkeit funktionieren nicht ohne Artenreichtum.


Helfen Sie dem Schwarzstorch ... und dem Klima!

Viele Projekte, von denen der Schwarzstorch profitiert, wurden bereits gestartet und auch 2010 setzt sich die DUH energisch für die Erhaltung heimischer Tier- und Pflanzenarten in Wäldern ein:

  • Wiederherstellung von Auwäldern an Flüssen und Bächen
  • Workshops zur Bedeutung von Feuchtwäldern in ganz Deutschland
  • Kauf von Ackerflächen zur Umwandlung in Feuchtgrünland
  • Kauf von Waldgewässern
  • Kauf von Feuchtwiesen
  • Beispiele dieser erfolgreichen Naturschutzarbeit finden Sie unter: http://www.duh.de/naturschutz.html

Wilde artenreiche Wälder sind unverzichtbar für uns und künftige Generationen.
Mit den Netzwerken „Lebendige Wälder“ und „Lebendige Flüsse“ verfügt die DUH über beste Voraussetzungen, bundesweit den Schutz von Feuchtwäldern voranzutreiben und dem Verlust von Arten und Lebenräumen entgegenzutreten.

Hier können Sie online spenden